Mindestlohn 2026: Gesetzliche Untergrenze und typische Abzüge im Vergleich zum mindestlohn rumänien
Der gesetzliche Mindestlohn steigt 2026 auf 13,90 Euro pro Stunde (rund 2.410 Euro brutto monatlich); das Netto liegt bei Steuerklasse I und gesetzlicher Sozialversicherung etwa zwischen 1.650 und 1.800 Euro – abhängig von individuellen Faktoren.
Gesetzlicher Mindestlohn in Deutschland 2026
Aktuelle Werte und Entwicklung
Der gesetzliche Mindestlohn steigt zum 1. Januar 2026 auf 13,90 Euro pro Stunde. Das entspricht bei einer Vollzeitstelle (40 Stunden pro Woche) einem Bruttomonatsgehalt von rund 2.410 Euro und einem Jahresbrutto von etwa 28.912 Euro. Die Mindestlohnkommission hat diesen Wert auf Basis der Tarifentwicklung empfohlen, das Bundesarbeitsministerium (BMAS) hat ihn per Verordnung festgesetzt. Für 2027 ist eine weitere Erhöhung auf 14,60 Euro vorgesehen.
Zum Vergleich: 2025 lag der Mindestlohn noch bei 12,82 Euro. Die Anhebung um rund 8,4 Prozent soll die Kaufkraft der unteren Lohngruppen stärken. Parallel steigt auch die Minijob-Verdienstgrenze 2026 auf etwa 603 Euro monatlich.
Brutto-Netto-Rechnung für eine Mindestlohnkraft
Wie viel vom Bruttolohn tatsächlich auf dem Konto landet, hängt von mehreren Faktoren ab: Steuerklasse, Krankenversicherung, Kirchensteuer und eventuellen Freibeträgen. Für eine vereinfachte Darstellung gehen wir von Steuerklasse I (ledig, keine Kinder), gesetzlicher Krankenversicherung (durchschnittlicher Zusatzbeitrag) und keiner Kirchensteuer aus.
- Bruttogehalt (Monat): ca. 2.410 €
- Lohnsteuer: ca. 100–150 € (abhängig vom genauen Grundfreibetrag von rund 12.348 €/Jahr)
- Sozialversicherungsbeiträge (Arbeitnehmeranteil): ca. 20–21 % des Bruttos, also etwa 480–505 € (Rentenversicherung 9,3 %, Arbeitslosenversicherung 1,3 %, Krankenversicherung ca. 7,3 % + Zusatzbeitrag, Pflegeversicherung ca. 1,7 %)
- Netto (Schätzung): ca. 1.650–1.800 €
Die tatsächlichen Abzüge können je nach Krankenkasse (Zusatzbeitrag variiert) und individueller Steuerklasse abweichen. Bei Steuerklasse III (verheiratet, Alleinverdiener) wäre das Netto höher, bei Steuerklasse V niedriger. Auch Kirchensteuer (8 oder 9 % der Lohnsteuer) würde das Netto zusätzlich mindern.
Abzüge im Detail
Die Lohnsteuer wird auf das zu versteuernde Einkommen erhoben. Dank des Grundfreibetrags von rund 12.348 Euro (2026) bleibt der Mindestlohn-Jahresbrutto von 28.912 Euro teilweise steuerfrei. Die effektive Steuerbelastung ist daher moderat.
Die Sozialversicherungsbeiträge sind paritätisch finanziert: Arbeitgeber und Arbeitnehmer zahlen jeweils die Hälfte. Der Arbeitnehmeranteil beträgt insgesamt etwa 20–21 % des Bruttolohns. Davon entfallen:
- Rentenversicherung: 9,3 %
- Arbeitslosenversicherung: 1,3 %
- Krankenversicherung: 7,3 % + kassenindividueller Zusatzbeitrag (im Schnitt ca. 1,6 %)
- Pflegeversicherung: 1,7 % (bei Kinderlosen ab 23 Jahren: 2,3 %)
Wer in der gesetzlichen Krankenversicherung ist, profitiert von Sachleistungen und Krankengeld. Die Pflegeversicherung sichert im Pflegefall ab.
Vergleich mit dem mindestlohn rumänien
Ein interessanter Aspekt ist der Vergleich mit dem mindestlohn rumänien. Rumänien hat als EU-Mitglied ebenfalls einen gesetzlichen Mindestlohn, der jedoch deutlich unter dem deutschen Niveau liegt. Nach allgemein zugänglichen EU-Daten beträgt der rumänische Mindestlohn (Stand 2025) weniger als die Hälfte des deutschen Wertes – in absoluten Zahlen etwa 600–700 Euro brutto monatlich. Der deutsche Mindestlohn 2026 von 2.410 Euro brutto ist also mehr als dreimal so hoch.
Dieser Unterschied hat praktische Bedeutung: Rumänische Arbeitnehmer, die in Deutschland beschäftigt sind, erhalten den deutschen Mindestlohn. Viele entscheiden sich daher für eine Tätigkeit in Deutschland, auch wenn die Lebenshaltungskosten hier höher sind. Für Arbeitgeber in Deutschland ist der Mindestlohn eine verbindliche Untergrenze – unabhängig von der Herkunft der Beschäftigten. Der Mindestlohn Aktuell bietet regelmäßig aktuelle Informationen zu gesetzlichen Änderungen.
Fazit
Der gesetzliche Mindestlohn 2026 bringt eine spürbare Erhöhung auf 13,90 Euro pro Stunde. Nach Abzug von Steuern und Sozialversicherung bleibt einem alleinstehenden Arbeitnehmer in Steuerklasse I netto etwa 1.650 bis 1.800 Euro. Wer seine individuelle Netto-Situation genau berechnen möchte, nutzt am besten den Rechner auf dieser Seite. Der Vergleich mit dem mindestlohn rumänien zeigt, wie unterschiedlich die Lohnuntergrenzen in der EU sein können – und warum der deutsche Arbeitsmarkt für viele osteuropäische Fachkräfte attraktiv ist.
Weitere Details zu den gesetzlichen Regelungen finden Sie in unseren Daten und im Blog.
Häufige Fragen
Wie hoch ist der gesetzliche Mindestlohn in Deutschland ab 2026?
Ab 1. Januar 2026 beträgt der gesetzliche Mindestlohn 13,90 Euro pro Stunde. Bei einer Vollzeitstelle (40 Stunden/Woche, 173,33 Stunden/Monat) ergibt sich ein Bruttogehalt von rund 2.410 Euro monatlich beziehungsweise 28.912 Euro jährlich. Für 2027 ist eine weitere Erhöhung auf 14,60 Euro vorgesehen.
Was bleibt netto vom Mindestlohn übrig?
Bei Steuerklasse I, gesetzlicher Krankenversicherung (mit durchschnittlichem Zusatzbeitrag) und ohne Kirchensteuer liegt das Netto etwa zwischen 1.650 und 1.800 Euro. Die Lohnsteuer beträgt rund 100–150 Euro, die Sozialversicherungsbeiträge (Arbeitnehmeranteil) etwa 20–21 % des Bruttos. Der genaue Betrag hängt von individuellen Faktoren wie Krankenkasse, Kirchensteuerpflicht und Kinderfreibeträgen ab.
Wie unterscheidet sich der deutsche Mindestlohn vom mindestlohn rumänien?
Der deutsche Mindestlohn liegt 2026 bei 13,90 Euro brutto pro Stunde. Der mindestlohn rumänien ist nach EU-weiten Vergleichen deutlich niedriger – er beträgt weniger als die Hälfte des deutschen Wertes. Für rumänische Arbeitnehmer, die in Deutschland beschäftigt sind, gilt der deutsche Mindestlohn. Der Unterschied macht den deutschen Arbeitsmarkt besonders attraktiv für Fachkräfte aus Rumänien.