Brutto und Netto Lohn: Wie viel bleibt 2026 vom Mindestlohn?
Der gesetzliche Mindestlohn 2026 beträgt 13,90 € brutto pro Stunde, der monatliche Nettolohn hängt jedoch stark von Steuerklasse und Sozialversicherungsbeiträgen ab.
Brutto und Netto Lohn – die Grundlagen
Viele Arbeitnehmer in Deutschland fragen sich: Wie viel von meinem Bruttogehalt bleibt tatsächlich als netto lohn übrig? Der Unterschied zwischen Brutto und Netto ist nicht nur eine Frage der Steuerklasse, sondern auch der Sozialversicherungsbeiträge. Besonders beim gesetzlichen Mindestlohn, der ab 2026 auf 13,90 € pro Stunde steigt, ist es wichtig zu verstehen, welche Abzüge anfallen und wie sich der Nettolohn zusammensetzt.
Was ist der Unterschied zwischen Brutto und Netto?
Das Bruttogehalt ist der Betrag, den Ihr Arbeitgeber Ihnen vor Abzügen zahlt. Der netto lohn ist das, was nach Abzug von Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeiträgen auf Ihrem Konto landet. Die Differenz kann je nach Steuerklasse und individuellen Faktoren 20 bis 40 Prozent betragen. Bei einem Mindestlohn von 2.410 € brutto im Monat (2026) liegt der Nettolohn in Steuerklasse I ohne Kirchensteuer schätzungsweise zwischen 1.650 € und 1.750 €.
Die Abzüge im Detail
Lohnsteuer
Die Lohnsteuer richtet sich nach Ihrer Steuerklasse (I bis VI) und Ihrem zu versteuernden Einkommen. Der Grundfreibetrag für 2026 beträgt laut BMAS etwa 12.348 € im Jahr. Liegt Ihr Jahreseinkommen darunter, zahlen Sie keine Lohnsteuer. Bei einem Mindestlohn von 28.912 € brutto im Jahr liegt Ihr Einkommen über dem Freibetrag, sodass Lohnsteuer anfällt. Die genaue Höhe hängt von Ihrer Steuerklasse ab – in Steuerklasse I sind es etwa 15–18 % des Bruttolohns.
Sozialversicherungsbeiträge
Die Sozialversicherung besteht aus vier Zweigen:
- Krankenversicherung: ca. 14,6 % plus kassenindividueller Zusatzbeitrag (durchschnittlich 1,3 %). Der Arbeitnehmeranteil beträgt die Hälfte, also etwa 7,95 %.
- Pflegeversicherung: 3,05 % (3,4 % für Kinderlose ab 23 Jahren). Arbeitnehmeranteil: 1,525 % bzw. 1,7 %.
- Rentenversicherung: 18,6 %, Arbeitnehmeranteil 9,3 %.
- Arbeitslosenversicherung: 2,6 %, Arbeitnehmeranteil 1,3 %.
Insgesamt zahlen Arbeitnehmer etwa 20–21 % ihres Bruttolohns in die Sozialversicherung. Dieser Betrag wird direkt vom Bruttogehalt abgezogen, bevor der netto lohn ausgezahlt wird.
Einfluss der Steuerklasse auf den Nettolohn
Die Steuerklasse bestimmt, wie viel Lohnsteuer einbehalten wird. In Steuerklasse I (ledig, keine Kinder) ist der Steuersatz am höchsten. In Steuerklasse III (verheiratet, Alleinverdiener) ist er am niedrigsten. Auch die Anzahl der Kinderfreibeträge und die Kirchensteuer (8–9 % der Lohnsteuer) beeinflussen den Nettolohn. Ein Wechsel der Steuerklasse kann Ihren monatlichen netto lohn spürbar verändern. Weitere Informationen zu den Steuerklassen finden Sie in unserem Artikel.
Beispielrechnung: Mindestlohn 2026
Nehmen wir eine Vollzeitstelle mit 173 Arbeitsstunden pro Monat zum Mindestlohn von 13,90 €:
- Bruttogehalt: 2.410 €
- Abzüge (Steuerklasse I, gesetzlich versichert, keine Kirchensteuer):
- Lohnsteuer: ca. 250 €
- Solidaritätszuschlag: entfällt meist (nur bei sehr hohen Einkommen)
- Krankenversicherung: ca. 190 €
- Pflegeversicherung: ca. 37 €
- Rentenversicherung: ca. 224 €
- Arbeitslosenversicherung: ca. 31 €
- Netto lohn: ca. 1.678 €
Diese Schätzung basiert auf Durchschnittswerten. Ihr tatsächlicher Nettolohn kann abweichen. Nutzen Sie unseren Rechner für eine individuelle Berechnung.
Berufsbeispiele und ihre Nettolöhne
Die Onsite-Referenz nennt typische Bruttomonatsgehälter für verschiedene Berufe. Daraus ergeben sich folgende grobe Nettolöhne (Steuerklasse I, gesetzlich versichert, ohne Kirchensteuer):
- Pflegefachkraft (3.600 € brutto): Netto ca. 2.350 €
- Krankenpfleger (3.500 € brutto): Netto ca. 2.280 €
- Lagerist (2.800 € brutto): Netto ca. 1.950 €
- Verkäufer (2.600 € brutto): Netto ca. 1.820 €
- Kraftfahrer (2.900 € brutto): Netto ca. 2.010 €
- Bürokraft (3.200 € brutto): Netto ca. 2.140 €
- Handwerker (3.400 € brutto): Netto ca. 2.230 €
- Gastronomie (2.500 € brutto): Netto ca. 1.760 €
Bitte beachten Sie: Diese Werte sind Schätzungen. Der tatsächliche netto lohn hängt von Ihrer individuellen Steuerklasse, Krankenkasse, Kirchensteuer und eventuellen Freibeträgen ab. Laut Destatis liegen die durchschnittlichen Abzugsquoten in Deutschland bei etwa 30 % des Bruttolohns.
Fazit: Brutto und Netto verstehen
Der Zusammenhang zwischen Brutto und Netto ist komplex, aber mit den richtigen Informationen gut nachvollziehbar. Der gesetzliche Mindestlohn steigt 2026 auf 13,90 € brutto – was netto übrig bleibt, variiert. Nutzen Sie die offiziellen Rechner und Tabellen des BMAS oder der Mindestlohnkommission, um Ihren persönlichen netto lohn zu ermitteln. Auf Mindestlohn Aktuell finden Sie aktuelle Daten und Hintergründe.
Denken Sie daran: Jede Änderung der Steuerklasse, ein Jobwechsel oder eine Gehaltserhöhung wirkt sich direkt auf Ihren Nettolohn aus. Planen Sie Ihre Finanzen daher immer auf Basis Ihres individuellen Nettolohns, nicht des Bruttogehalts.
Häufige Fragen
Wie hoch ist der Mindestlohn 2026 brutto und was bleibt netto übrig?
Der gesetzliche Mindestlohn beträgt ab 1. Januar 2026 brutto 13,90 € pro Stunde. Bei einer Vollzeitstelle (ca. 173 Stunden/Monat) ergibt das ein Bruttogehalt von etwa 2.410 € monatlich. Wie viel netto übrig bleibt, hängt von Ihrer Steuerklasse, Krankenversicherung und weiteren Faktoren ab. In Steuerklasse I ohne Kirchensteuer und mit gesetzlicher Krankenversicherung liegt der Nettolohn schätzungsweise zwischen 1.650 € und 1.750 €. Eine genaue Berechnung liefert der [Rechner](/rechner) auf unserer Seite.
Welche Abzüge werden vom Bruttolohn vorgenommen?
Vom Bruttolohn werden Lohnsteuer (nach Steuerklasse) und Sozialversicherungsbeiträge abgezogen. Die Sozialversicherung umfasst Krankenversicherung (ca. 14,6 % + Zusatzbeitrag), Pflegeversicherung (ca. 3,05 % bzw. 3,4 % bei Kinderlosen), Rentenversicherung (18,6 %) und Arbeitslosenversicherung (2,6 %). Die Beiträge werden je zur Hälfte von Arbeitnehmer und Arbeitgeber getragen. Der Arbeitnehmeranteil liegt insgesamt bei etwa 20–21 % des Bruttolohns. Hinzu kommt die Lohnsteuer, die progressiv steigt. Der verbleibende Betrag ist Ihr netto lohn.
Wie kann ich meinen Nettolohn selbst berechnen?
Sie können Ihren Nettolohn mit einem Brutto-Netto-Rechner ermitteln, wie er auf [Daten](/daten) verlinkt ist. Dazu benötigen Sie Ihr Bruttogehalt, Ihre Steuerklasse, Angaben zu Kirchensteuer, Krankenkasse und eventuellen Kinderfreibeträgen. Eine grobe Schätzung: Ziehen Sie vom Bruttolohn etwa 20 % für Sozialversicherungsbeiträge und die Lohnsteuer gemäß Ihrer Steuerklasse ab. Für eine präzise Berechnung empfehlen wir die offiziellen Tabellen des Bundesministeriums der Finanzen oder den Einsatz eines zertifizierten Rechners.