Brutto und Netto beim Mindestlohn: So hängen sie zusammen – auch im Vergleich zum Mindestlohn in Polen
Der gesetzliche Mindestlohn in Deutschland beträgt ab 2026 brutto 13,90 € pro Stunde, das monatliche Brutto liegt bei etwa 2.410 €. Das tatsächliche Netto hängt stark von Steuerklasse, Krankenkasse und weiteren Faktoren ab – eine pauschale Angabe ist daher nicht möglich.
Brutto und Netto beim Mindestlohn – ein Überblick
Der gesetzliche Mindestlohn in Deutschland steigt zum 1. Januar 2026 auf 13,90 Euro pro Stunde. Viele Arbeitnehmer fragen sich: Was bleibt davon netto übrig? Die Antwort ist nicht pauschal, denn Brutto und Netto hängen von mehreren Faktoren ab. In diesem Artikel erklären wir den Zusammenhang und werfen auch einen Blick auf den Mindestlohn in Polen.
Was bedeutet Brutto und Netto?
Das Bruttogehalt ist der vereinbarte Lohn vor Abzügen. Vom Brutto werden Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag, ggf. Kirchensteuer sowie die Beiträge zur Sozialversicherung (Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung) abgezogen. Übrig bleibt das Nettogehalt, das auf Ihrem Konto landet.
Die Höhe der Abzüge hängt maßgeblich von Ihrer Steuerklasse ab. In Steuerklasse I (ledig, keine Kinder) fallen die Abzüge anders aus als in Steuerklasse III (verheiratet, höheres Einkommen). Auch die gewählte Krankenkasse mit ihrem Zusatzbeitrag beeinflusst das Netto.
Beispielrechnung: Mindestlohn 2026
Laut BMAS und Mindestlohnkommission beträgt der Mindestlohn ab 2026 brutto 13,90 €/Std. Bei einer Vollzeitstelle mit 173 Stunden im Monat ergibt sich ein Bruttomonatsgehalt von rund 2.410 €.
Für einen ledigen Arbeitnehmer ohne Kirchensteuer (Steuerklasse I, gesetzlich versichert) liegt das Netto schätzungsweise zwischen 1.600 und 1.800 Euro. Diese Spanne ergibt sich durch unterschiedliche Krankenkassenzusatzbeiträge und individuelle Freibeträge. Eine exakte Berechnung bietet unser Rechner.
Weitere typische Bruttogehälter im Vergleich
Die Onsite-Referenz nennt Beispiele für andere Berufe (jeweils brutto/Monat):
- Pflegefachkraft: ~3.600 €
- Krankenpfleger: ~3.500 €
- Lagerist/Logistik: ~2.800 €
- Verkäufer/Einzelhandel: ~2.600 €
- Kraftfahrer: ~2.900 €
- Bürokraft/Verwaltung: ~3.200 €
- Handwerker: ~3.400 €
- Gastronomie/Service: ~2.500 €
Auch hier gilt: Das Netto variiert stark. Ein Verkäufer mit 2.600 € brutto kann in Steuerklasse I mit etwa 1.750–1.950 € netto rechnen. Mehr Details finden Sie in unseren Daten.
Der Mindestlohn in Polen im Vergleich
Der Mindestlohn in Polen liegt traditionell unter dem deutschen Niveau. Zwar steigt er regelmäßig, jedoch sind die Lebenshaltungskosten in Polen ebenfalls niedriger. Ein direkter Bruttovergleich ist daher nur bedingt aussagekräftig. Für aktuelle Zahlen empfehlen wir die offiziellen polnischen Stellen. Grundsätzlich gilt: Wer in Deutschland zum Mindestlohn arbeitet, hat ein höheres Bruttoeinkommen als ein polnischer Mindestlohnempfänger, muss aber auch mit höheren Abzügen rechnen.
Wichtige Abzüge im Detail
- Lohnsteuer: Progressiv, abhängig vom zu versteuernden Einkommen. Der Grundfreibetrag 2026 liegt bei etwa 12.348 € pro Jahr. Bis zu diesem Betrag fällt keine Lohnsteuer an.
- Solidaritätszuschlag: Wird nur noch von höheren Einkommen erhoben; beim Mindestlohn meist nicht relevant.
- Kirchensteuer: Nur bei Kirchenmitgliedschaft (8–9 % der Lohnsteuer).
- Sozialversicherung: Gesamtbeitragssatz etwa 20–21 % des Bruttos (Arbeitnehmeranteil). Aufgeteilt auf Krankenversicherung (ca. 7,3 % + Zusatzbeitrag), Pflegeversicherung (ca. 1,525 %), Rentenversicherung (9,3 %) und Arbeitslosenversicherung (1,3 %).
Fazit
Brutto und Netto hängen eng zusammen, aber das Netto ist individuell. Der gesetzliche Mindestlohn bietet eine wichtige Lohnuntergrenze. Wer seinen persönlichen Nettolohn berechnen möchte, nutzt am besten einen Brutto-Netto-Rechner. Auch der Vergleich mit dem Mindestlohn in Polen zeigt: Die Lohnniveaus in Europa unterscheiden sich deutlich. Für verlässliche Informationen zu Ihrem Nettogehalt konsultieren Sie Ihre Lohnabrechnung oder offizielle Stellen wie das BMAS.
Weitere Artikel zu diesem Thema finden Sie in unserem Blog.
Häufige Fragen
Wie hoch ist der gesetzliche Mindestlohn in Deutschland ab 2026?
Ab dem 1. Januar 2026 beträgt der gesetzliche Mindestlohn 13,90 Euro pro Stunde. Das ergibt bei einer Vollzeitstelle (ca. 173 Stunden pro Monat) ein Bruttomonatsgehalt von etwa 2.410 Euro und ein Bruttojahresgehalt von rund 28.912 Euro. Für 2027 ist eine weitere Erhöhung auf 14,60 Euro pro Stunde beschlossen.
Was bleibt netto vom Mindestlohn übrig?
Das Netto hängt von Ihrer Steuerklasse, Krankenversicherung, Kirchensteuer und weiteren Faktoren ab. Für einen alleinstehenden Arbeitnehmer in Steuerklasse I ohne Kirchensteuer und mit gesetzlicher Krankenversicherung liegt das Netto vom Mindestlohn (2026) schätzungsweise zwischen 1.600 und 1.800 Euro pro Monat. Eine genaue Berechnung liefert der [Rechner](/rechner) auf unserer Seite.
Wie unterscheidet sich der Mindestlohn in Polen vom deutschen?
Der Mindestlohn in Polen liegt traditionell unter dem deutschen Niveau. Die genauen Werte ändern sich regelmäßig und sind nicht Teil unserer Referenz. Für aktuelle Zahlen empfehlen wir die offiziellen polnischen Behörden. Grundsätzlich gilt: Die Lebenshaltungskosten und das Lohnniveau in Polen sind niedriger, sodass ein direkter Bruttovergleich nur eingeschränkt aussagekräftig ist.