Was ist momentan der Mindestlohn? Aktuelle Werte und Abzüge 2025/2026
Der gesetzliche Mindestlohn beträgt derzeit 12,82 Euro pro Stunde (2025); ab 2026 steigt er auf 13,9 Euro. Das Bruttomonatsgehalt liegt bei etwa 2.220 bis 2.410 Euro, netto bleiben je nach Steuerklasse und Sozialversicherung rund 1.500 bis 1.800 Euro.
Aktuelle Mindestlohn-Werte und was Sie netto behalten
Viele Arbeitnehmer fragen sich: Was ist momentan der Mindestlohn? Die Antwort ist klar: Seit dem 1. Januar 2025 beträgt der gesetzliche Mindestlohn 12,82 Euro pro Stunde. Zum 1. Januar 2026 steigt er auf 13,9 Euro, und für 2027 ist eine weitere Erhöhung auf 14,6 Euro beschlossen. Diese Anpassungen basieren auf den Empfehlungen der Mindestlohnkommission und wurden durch das BMAS umgesetzt.
Bruttogehalt auf Mindestlohn-Basis
Bei einer Vollzeitbeschäftigung mit 173 Arbeitsstunden pro Monat ergibt sich ein Bruttomonatsgehalt von rund 2.220 Euro (2025) beziehungsweise 2.410 Euro (2026). Das Jahreseinkommen liegt damit bei etwa 26.640 Euro (2025) und 28.912 Euro (2026). Zum Vergleich: Der Grundfreibetrag der Einkommensteuer beträgt 2026 rund 12.348 Euro – das bedeutet, dass ein Teil des Mindestlohns steuerfrei bleibt.
Typische Abzüge: Lohnsteuer und Sozialversicherung
Vom Bruttolohn werden Lohnsteuer (abhängig von der Steuerklasse) und die Arbeitnehmeranteile zur Sozialversicherung abgezogen. Bei Steuerklasse I (ledig, keine Kinder) und gesetzlicher Krankenversicherung setzen sich die Abzüge wie folgt zusammen:
- Lohnsteuer: progressiv, bei Mindestlohn meist gering (ca. 50–100 € monatlich)
- Solidaritätszuschlag: entfällt bei niedrigen Einkommen meist
- Krankenversicherung: ca. 7,3 % + kassenindividueller Zusatzbeitrag (durchschnittlich 1,7 %)
- Pflegeversicherung: ca. 1,7 % (2,3 % für Kinderlose ab 23)
- Rentenversicherung: 9,3 % (hälftig vom Beitragssatz 18,6 %)
- Arbeitslosenversicherung: 1,3 % (hälftig vom Beitragssatz 2,6 %)
Insgesamt liegen die Abzüge bei etwa 25–30 Prozent des Bruttos. Beispielrechnung für 2025: Bei 2.220 € Brutto bleiben netto rund 1.550–1.650 € übrig. Für 2026 (2.410 € Brutto) sind es etwa 1.650–1.800 € netto. Diese Werte sind Richtwerte – Ihr individuelles Netto hängt von Ihrer Steuerklasse, Krankenkasse, Kirchensteuer und eventuellen Freibeträgen ab.
Branchenbeispiele: Wie verhält sich der Mindestlohn zu typischen Gehältern?
Der Mindestlohn ist die gesetzliche Untergrenze. Viele Branchen zahlen deutlich mehr. Laut unseren Schätzwerten (basierend auf typischen Einstiegsgehältern) verdienen:
- Pflegefachkraft: ~3.600 € brutto/Monat
- Krankenpfleger/in: ~3.500 € brutto/Monat
- Lagerist/in: ~2.800 € brutto/Monat
- Verkäufer/in (Einzelhandel): ~2.600 € brutto/Monat
- Kraftfahrer/in: ~2.900 € brutto/Monat
- Bürokraft/Verwaltung: ~3.200 € brutto/Monat
- Handwerker/in: ~3.400 € brutto/Monat
- Gastronomie/Service: ~2.500 € brutto/Monat
Diese Zahlen zeigen, dass der Mindestlohn vor allem für geringfügig Beschäftigte oder Berufseinsteiger relevant ist. In tarifgebundenen Betrieben liegen die Löhne oft höher.
Minijob und Mindestlohn
Die Minijob-Verdienstgrenze steigt 2026 auf rund 603 Euro im Monat. Bei einem Stundenlohn von 13,9 € sind das etwa 43,4 Stunden pro Monat – also rund 10 Stunden pro Woche. Minijobber zahlen keine Lohnsteuer und keine Sozialabgaben (nur pauschale Beiträge des Arbeitgebers). Damit bleibt der Nettolohn nahezu gleich dem Brutto.
Ausblick: Weitere Erhöhungen geplant
Die Mindestlohnkommission hat eine Erhöhung auf 14,6 € zum 1. Januar 2027 empfohlen. Langfristig wird diskutiert, ob der Mindestlohn auf 15 Euro steigen soll. Die Bundesregierung und das BMAS beobachten die Entwicklung genau. Für Arbeitnehmer lohnt es sich, regelmäßig die aktuellen Werte zu prüfen – am besten auf Mindestlohn Aktuell oder in unserem Themenbereich.
Fazit
Der Mindestlohn ist eine wichtige soziale Schutzregel. Wer Vollzeit zum Mindestlohn arbeitet, erhält ein Bruttoeinkommen, das knapp über dem Grundfreibetrag liegt. Nach Abzügen bleibt ein Nettobetrag, der in vielen Regionen Deutschlands für den Lebensunterhalt reicht, aber wenig Spielraum lässt. Nutzen Sie unseren Rechner, um Ihr persönliches Netto zu ermitteln, und informieren Sie sich regelmäßig über die aktuellen Beschlüsse – denn was ist momentan der Mindestlohn, kann sich jedes Jahr ändern.
Quellen
- BMAS: Gesetzlicher Mindestlohn
- Mindestlohnkommission: Empfehlungen 2025–2027
- Destatis: Durchschnittsverdienste und Sozialversicherungsbeiträge
Häufige Fragen
Was ist momentan der Mindestlohn in Deutschland?
Der gesetzliche Mindestlohn beträgt seit dem 1. Januar 2025 12,82 Euro pro Stunde. Zum 1. Januar 2026 steigt er auf 13,9 Euro und zum 1. Januar 2027 auf 14,6 Euro. Diese Werte gelten für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, sofern kein höherer Tariflohn oder Branchenmindestlohn vereinbart ist.
Wie viel bleibt netto vom Mindestlohn übrig?
Das Nettoeinkommen hängt von Ihrer Steuerklasse, Krankenversicherung und weiteren Faktoren ab. Bei einer Vollzeitstelle (ca. 173 Stunden/Monat) und Steuerklasse I (ledig, keine Kinder) sowie gesetzlicher Krankenversicherung liegen die Abzüge für Lohnsteuer und Sozialversicherung bei etwa 25–30 Prozent. Beispiel: Bei 2.220 Euro Brutto (2025) ergibt sich ein Netto von rund 1.550 bis 1.650 Euro. Nutzen Sie unseren [Rechner](/rechner) für eine individuelle Berechnung.
Welche Abzüge werden vom Mindestlohn vorgenommen?
Vom Bruttolohn werden Lohnsteuer (nach Steuerklasse) und Solidaritätszuschlag (falls fällig) sowie die Arbeitnehmeranteile zur Sozialversicherung abgezogen: Krankenversicherung (ca. 7,3 % + Zusatzbeitrag), Pflegeversicherung (ca. 1,7 % bzw. 2,3 % bei Kinderlosen ab 23), Rentenversicherung (18,6 % hälftig, also 9,3 %) und Arbeitslosenversicherung (2,6 % hälftig, also 1,3 %). Bei Minijobs bis zur Verdienstgrenze (2026: ~603 €/Monat) entfallen die meisten Abzüge, es wird nur pauschal verbeitragt.